Liebe kritik-kritische Bigotteria

Klaus Peukert » 16 Mai 2011 » in Piraten, Rants » 10 Kommentare

Am Wochenende haben die Piraten einen neuen Führer gewählt und wenig überraschend ist das Echo geteilt. Doch dazu später. Nachdem Sebastian Nerz in seinen ersten größeren Interviews gleich mal zentrale Beschlüsse der Partei (namentlich LiquidFeedback und ReSET) deutlich relativierte und seine eigene Meinung und Interpretation zur Parteimeinung ausrief, hagelte es erste Kritik, nicht immer auf die feine englische Art. Eine der Reaktionen aus der "Basis" bzw. von manchem Speichellecker (ich mein, welcher normale Mensch unterschreibt eine Mail mit "i.A." wenn er fix auf ner ML was ausrichtet?) waren allerdings bemerkenswert. Es hieß, verkürzt, "Wenns Euch nicht passt, dann verpisst Euch doch". Und das ist genauso interessant, wie es nicht überraschend kommt.

Liebe Piraten, die ihr ruft "Wer demokratische Entscheidungen nicht akzeptieren kann, hat bei Piraten nix verloren": Wo wart ihr, als Bodo Thiesen die demokratische Entscheidung zur Einführung von LiquidFeedback torpedierte und zur Sabotage aufrief? Wo wart ihr, als Jens Seipenbusch ReSET als Beschluß explizit gegen ein BGE umdeklarierte? Wo war Eure Stimme als die "Crew Bali" die Entscheidung zur Unterstützung einer Demo mit einem Aufruf zur Unterstützung eines Nazimarschs zu karikieren versuchte? Wo wart ihr da? Ich sag Euch wo ihr wart: Ihr wart auf der Seite derer, die LiquidFeedback torpedierten, ihr wart dort wo man verzweifelt versuchte buchstabenenverdrehend den Teufel BGE wegzuinterpretieren, ihr wart dabei und fandet es lustig und humorvoll, das eine Handvoll Piraten inkl. Landtagskandidaten den Vorstand mit "Dann müssen wir auch Nazidemos unterstützen" fast gesprengt hätten.

Liebe Piraten, die ihr nicht müde geworden seid LiquidFeedback mit Formalia und vermeintlichen Datenschutzproblemen zu bombardieren, die dafür sorgten, das Nutzungsbedingungen und Datenschutzerklärung von Anwälten geschrieben werden mussten, wo war Euer Aufschrei als mit dem Liquidizer ein Tool aufpoppte, was diese Maßstäbe in Ansätzen nicht erfüllen konnte? Warum gab es nur Schulterzucken als sich rausstellte, das dieses Tool nahezu trivial manipuliert werden konnte? Warum hackt ihr auf denen ein, die diese Lücke aufdeckten, warum heißt es "Aber warum hat man das erst am BPT und nicht eher veröffentlicht", aber wo blieb die Kritik, als Jan Schejbal die Schwächen der Zensus-Webseite aufdeckte, ohne das vorher per full-disclosure den Betreiber informiert wurde?

Liebe Piraten, die ihr ruft "Er wird uns einen": Wo war Eure Gegenrede als es wieder und wieder hieß "Themen statt Köpfe", wenn man auch nur versuchte ein Thema an einem Kopf festzumachen? Liebe Piraten, die ihr nach Basisdemokratie ruft: Wo blieb Euer Protest, als der neue Vorstand auf klassisch etablierte Weise, als "Führungsteam" der Piraten vorgestellt wurde, so als sei Top-Down-Politik jetzt plötzlich state-of-the-party? Warum bejubelt ihr einen Vorstand fast als "Heilsbringer", wo ihr doch unpolitische Verwaltungsvorstände wollt? Warum braucht die ach so basisdemokratische Partei plötzlich ein "Führungsteam"? Warum feiert man den "Aufstieg" eines Piraten in einer Partei, die ohne Hierarchien auskomen will? Wo sind wir hier? In einem DAX-Unternehmen oder bei der CDU, die mit "Parteiführung" ja nun wirklich kein Problem haben? Was geht bei Euch eigentlich grad ab?

Wo wart ihr als Christopher Lauer falsch zitiert wurde und Medien ihm (auch nach ReSET) ein "Piraten sind für ein BGE" in den Mund legten? Da wart ihr laut, da habt ihr protestiert, da entsprach es nicht "geltender Beschlußlage", da wurde dem Mann sogar Gewalt angedroht, obwohl ein BGE selbstverständlich von dem ReSET-Programmpunkt gedeckt ist. Aber nicht die Medien waren schuld, nein, der blöde Lauer lenkt das Schiff ohne die Ruderer zu fragen. Natürlich ist es dann was völlig anderes, wenn Nerz als "gegen Datenschutz" zitiert wird, da sind sofort die Medien schuld. Fragt Euch doch mal, was gewesen wäre, wenn Lauer als frischgebackener Vorsitzender in der ZEIT gesagt hätte, das Piraten jetzt weiter an LiquidFeedback und BGE-Konzepten arbeiten? Hättet ihr da gesagt "Pro-Tipp: Was Lauer sagt, entspricht aktueller Beschlußlage"? Hättet ihr? Ich glaube nicht, Tim.

Wie soll man Euch Eure Empörung abnehmen, wenn sie "tagesformabhängig" verteilt wird und vermeintlich schlimme Nicht-Akzeptanz demokratischer Entscheidungen doch nur dann kritisiert wird, wenn es die eigenen Entscheidungen sind, die es erwischt, nicht aber wenn der innerparteiliche "Gegner" attackiert wird, ja schlimmer, ihr Euch dann in die Reihen der dumpfen Basher und Scheißewerfe doch auch bloß einreiht, lediglich die Wurfrichtung der Exkremente ist eine andere.

Ihr seid keine "Piraten", ihr seid Vereinsmeier mit Parteibuch.

Ihr tut mir leid.

Google, Streetview und ein später Rant

Klaus Peukert » 22 November 2010 » in Piraten, Politisches, Rants » 0 Kommentare

Auf einer Piraten-Mailingliste wurde gefragt ob man denn nicht gezielt die Leute ansprechen sollte, die ihre Hochhausfassaden haben verpixeln lassen. Ich fragte mich dort, warum man so etwas will: Und mal deutlich zu machen, das verdammte Hausfassaden und geparkte Autos auf 2+ Jahre alten Bildern keine persönlichen Daten sind? Weil die Privatsphäre dadurch geschützt wird, wenn die Strassenfassade unkenntlich ist, während nebenan bei GoogleMaps der fette Pool in aller Pracht zu sehen ist. Um ihnen zu erklären, das dasselbe Haus bei telefonbuch.de, in Geoscoring-DBs, kommunal betriebenen virtuellen Stadtrundgängen und behördlichen Luftbild-Datenbanken bereits seit Jahren öffentlich ist?

Man möge mir meinen bitteren Sarkasmus ob dieses aktuellen "wrong on so many levels" bitte nachsehen. Aber Leute, die uns gerade erklären, das eine Bombenattrappe den Weltfrieden bedroht, so das der Münchner Hbf nicht mehr von den Seiteneingängen (aber über die U- und S-Bahntunnel) betreten werden darf, Leute, die ein halbes Jahr sämtliche Kommunikation auf Halde speichern wollen, die Biometriedaten in Ausweise pressen, damit der GPG-nutzende Araber ohne solche Ausweise dann doch bloß einreisen und Mist bauen kann.

Leute, die auf Bahnhöfen Polizisten mit MPis auffahren, als ob die bei nem Anschlag was nützen würden (wollen die einmal quer über die Bahnsteige "streichen"?) und somit mehr Verunsicherung (um nicht "Angst und Schrecken" zu schreiben) verbreiten als alles andere. Leute, die "Migrantenfamilien" dissen und sich dann wundern, das es ausgerechnet GEZ-zahlende Akademiker waren, die mal eben zwei Hochhäuser zerlegt haben.

Leute, die allen Ernstes dazu auffordern, den seltsam sprechenden Nachbarn zu denunzieren, als hätten wir nicht zwei Diktaturen hinter uns. Diese Leute wollen unsere "Privatsphäre" schützen in dem wir in einem von Hunderten Internetangeboten Bilder blurren, die jeder Hobbyforograf, ggf. sogar unabsichtlich, per geo-getaggten Urlaubsfoto wieder scharf macht? Ja, Aufklärung tut tatsächlich not. Aber nicht auf der Schiene "Privatsphäre/Datenschutz", zu erklären, das dies nur Nebelkerzen sind ist das kleinste Problem. Ich wette 2 von drei Verpixlern haben eine Payback- oder Deutschlandkarte im Portemonnaie. Und denen könnte man tatsächlich mal sagen, welchem Unsinn sie offenbar aufgesessen sind. Inwieweit das in einer Bevölkerung, die den Sonneborn mal das Schlafzimmer für "HomeView" ablichten läßt allerdings überhaupt sinvoll sein wird...

StreetView hat kein "Datenschutzproblem", weil es eben nicht das Bild der Lieschen-Müller-Allee 123 in Hintertupfingen mit der Adresse von tarzun verknüpft, sondern einfach die Fassade der Lieschen-Müller-Allee 123 zeigt, aber nicht dazuschreibt wer dort wohnt, wieviel er verdient und wann diese guttausehende Blonde von nebenan denn mal alleine zu Hause ist. Es zeigt einfach Hausfassaden mit dem Stand von vor 1,5-2 Jahren. Ja, wenn man weiß, das ich in der Lieschen-Müller-Allee wohne kann man da nachschauen. Und? Das kann man aber auch so und wenn die Strasse in einem "Problembezirk" liegt wird der Kredits- oder Personalsachbearbeiter nicht Streetview brauchen um einem "Assi" ob der Herkunft wie mir keinen Kredit/Job zu geben.

Streetview verletzt den Datenschutz.

Das ich nicht lache.

Der BPT2010.2 und ein neuer Furz im Wasserglas

Klaus Peukert » 20 Oktober 2010 » in Piraten, Rants » 1 Kommentar

Die Antragskommision zum BPT2010.2 hat heute festgelegt/-gestellt, das auf dem Parteitag in Chemnitz keine Satzungsänderungen behandelt werden (können). Und prompt strömen, wie Kakerlaken im Bad wenn man das Licht ausmacht, die ersten aus ihren Ritzen, die meckern, warum das denn so sei und überhaupt. "Wer ist verantwortlich", "Wer hat das genehmigt", das übliche halt wenn einem ne Entscheidung Anderer nicht in den Kram passt.

Sagt mal Jungs und Mädels: Wo genau ist jetzt Euer Problem? In Bingen habt ihr 10h lang einen Vorstand gewählt dessen Chef seit Tagen auf seiner Jolle vor der französischen Küste schippert (nein, ich weiß nicht wo er wirklich ist) und für niemanden erreichbar ist, wegen der ewigen Vorstandswahl wurde der Chemnitzer BPT geplant, damit wir die teilweise seit 2 BPTS auf Halde liegenden Programmanträge/-präzisierungen/-erweiterungen behandeln und ggf. sogar beschließen können? Und jetzt fangt ihr an zu meckern weil wir nicht an der Satzung schrauben können?

Ich habe dazu eine - ganz sachliche - Frage: HABT IHR EIGENTLICH NOCH ALLE LATTEN AM ZAUN? Was wollt ihr eigentlich mit der Kritik jetzt erreichen? Wollen wir nicht ENDLICH mal diese verdammten und schon fast vergammelten Programmanträge abarbeiten oder wollen wir uns damit beschäftigen ob der Mitgliedbeiträg doch in monatlichen Raten gezahlt werden kann? Wollen wir endlich mal beschließen das Program zu erweitern, anzupassen, zu aktualisieren, uns ENDLICH mal dieser immer wieder hochgärenden "unklare Beschlußlage" entledigen, endlich mal dafür sorgen das mehr passiert als nur selbstverliebte Eigenverwaltung?

Wollt ihr jetzt ernsthaft wieder irgendwelche Formalfickereien, wieder rein aus Prinzip (vielleicht noch um dem doofen Lauer nochmal eine mitzugeben, diesem Sakko-tragenden LF-Papst, wegen dem wir die, man stelle sich das mal vor, mehrmals positiv in der überregionalen Presse auftauchten statt uns mit den uns zustehenden Erwähnungen auf der Kommunalseite 13 zufrieden zu geben), wollen wir ernsthaft "nur weil wir es können" nun auch auf dem PROGRAMMPARTEITAG an der Satzung rumschrauben und dann Sonntag Mittag feststellen: "Hoppla, Programm wollten wir ja noch machen..."

Ach, ich vergaß: "In letzter Zeit war bsp. die Diskussion "Brauchen Positionspapiere eine 2/3-Mehrheit?". Ihr solltet Eure Angst, das Anträge zu LiquidFeedback oder Positionspapiere zum BGE eventuell doch eine Mehrheit bekommen könnten ruhig etwas geschickter tarnen. Und wenn ihr Dinge nicht im Grundsatzprogramm haben wollt, ihnen aber als Positionspapier zustimmen würdet: Ja, dann reicht dir Dinger halt (zusätzlich) als Positionspapier ein. Für Positionspapiere gibts keine 4-Wochen Frist, also haut das drei Tage nach den veröffentlichten PÄA der Antragskommission vor die Füße und der BPT entscheidet dann obs Programm oder Position wird.

Ist das so schwer mal etwas länger als von Zwölf bis Mittag zu denken? Und was ist so schlimm daran, wenn für Positionspapiere ne einfache Mehrheit reicht? Das is doch völlig OK! Das Programm ist unsere wichtige, langfristige Basis, für Änderungen daran brauchts höhere Hürden als für ein konkretes Paper wie wir zu der Einführung des neuen Personalausweises stehen. Fahrt Euch runter, bereitet Eure Programmanträge vor und beteiligt Euch daran, das die PIRATEN endlich mal ein vernünftiges und zeitgemäßes Programm bekommen (oder eben nicht, auch gut).

Konstruktiv statt Meckern.

Klappt das?

Danke.

Piraten und Fachkompetenz

Klaus Peukert » 28 September 2010 » in Rants » 0 Kommentare

Da sind wir nun die "Netzpartei", die Partei, die sachlich und lösungsorientiert arbeiten will, die keine Luftschlösser versprechen sondern ehrliche und durchdachte Konzepte anbieten und so eine wohltuende Alternative zu den elenden Polithuren mit ihrer beschissenen Klientelpolitik sein will. Und dann pusten Autoren der Flaschenpost (so ner Art inofiziellen Parteizeitung) sowas wie hier raus

Abseits aller fachlicher Kritik (ich kann letztlich auch nur jede der Seiten nachplappern, wobei mir Pavel Meyers Blogbeitrag noch am meisten geholfen hat den ePA halbwegs zu verstehen): Es wäre uns echt anzuraten solche Artikel nicht auf einem sprachlichen Niveau rauszupusten, für das die 8-Klässler, die den ePA mitm Lötkolben gebrizzelt haben von ihrem Lehrer die Schülerzeitung um die Ohren gepfeffert bekommen hätten.

Mit Verlaub, dieser hämische, arrogante, herablassende Duktus, der aus jeder Zeile tropft ist nicht geeignet um uns als seriösen Gesprächspartner oder gar als Wahlalternative zu positionieren. Dieser Artikel klärt nicht auf, er warnt nicht vor eventuellen Gefahren, er zeigt keine Lösungen, es ist tumbe Polemik, für die wir uns schämen sollten.

Mir persönlich gehts gar nicht darum den ePA auf einen "Das ist SICHER!!!!111elf"-Sockel zu heben. Aber wir sollten nicht auf der einen Seite von der Leyensche Brachialrhetorik kritisieren und dann im Gegenzug ähnlich "qualifiziert" auf andere Dinge draufkloppen.

Dann nimmt man uns nämlich irgendwann nicht mehr ernst, wählt uns nicht und dann ist der Katzenjammer groß. Also Kritik, klar. Aber bitte sachlich und fundiert und nicht auf "Lulz, Hacker gonna hack, eh?"-Niveau.

Parteiarbeit

Klaus Peukert » 28 September 2010 » in Rants » 0 Kommentare

Ich bin ja nun schon seit ner Weile Pirat, d.h. Mitglied der Piratenpartei. Heute ist mal wieder so ein Tag, wo man sich fragt ob diese Bewegung noch gebraucht wird und wenn ja, warum sie offenbar grad jede Menge bekloppter Idioten anzieht, die das Projekt dergestalt gefährden, das sie mit ihren Phantastereien und kompromißlos geführten persönlichen Djihads, immer schön "legitimiert" mit Verweis auf unsere "Grundwerte", das wir doch die XY-Partei seien (XY ist mal wahlweise Datenschutz, Transparenz, Basisdemokratie oder irgendein anderes Totschlagargument) alle Leute mit sinnlosen internen Keifereien nerven.

Beispiele? Ich habe zum Beispiel in Sachsen einen notorischen Parteienhopper an der Backe, der schon Mitte der 90er in der STATT-Partei rumgekläfft hat und mir nun mit obskuren und esoterischen Auslegungen irgendwie parteirechtich ans Bein pissen will. Und warum das Ganze? Weil ich mir erdreistet habe, für den LV Sachsen ein "Reboot"-Konzept, ein "Sachsen 2.0" aufzuschreiben. Dummerweise konterkariert das seine kleingeistigen Satzungsänderungsanträge, von denen keiner wußte, da er als völlig unbeschriebenes Blatt die nicht veröffentlicht hat. Und nun kläfft er wie wild um sich als ob morgen die Welt untergeht.

Statt jetzt inhaltlich vorm Ende jeglicher Fristen mal mitzumachen und zu sagen "Hmm, hier und da könnte man doch aber noch...", ne, da wird die große Keule rausgeholt, die Gremien (und mittlerweile auch die öffentlichen Listen) mit meterweise Mailklärschlamm zugeschissen, ich werd als antidemokratischer Putschist bezeichnet der bei NPD/SED ja wohl besser aufgehoben wäre, ja man beantragt die Suspendierung meiner Mitgliedsrechte und sogar ein PAV gegen mich. OK, das ist alles ohne Substanz, aber es stiehlt ner Menge Leute unglaubliche Mengen an Zeit, die wir für weitaus wichtigere Dinge nutzen sollten.

Dann gibts da einen, der uns in Sachsen das Umweltprogramm ner Bundes-AG vor die Füße kippt, ohne das das LV-intern mal debattiert/vorgestellt wurde, der eine "StarTrek"-Welt ohne Urherberrechte fordert und sich auf der "Hauptliste" dabei um Kopf un Kragen redet und mit ner billigen Amateurdialektik noch (in nem anderen Gebiet) versucht mir ne Aussage ausm Arsch zu ziehen, das eine LF-Umfrage, die an Platz 2. gelandet ist, ja wohl besser legitimiert wäre als die von Platz 1. Achja, das wir gar kein Konzept/Baukasten haben wo wir neue Programmteile anflanschen können: Versteht sich von selbst, oder?

Dann gibts noch-Landesvorsitzende, die Anträge/Vorschläge nicht lesen und ihre selbst zusammenphantasierten Intrepretationen zu Fakten hochstilisieren und diese "Fakten" dann wieder kritisieren. Leuten denen "die Delegationen bei LiquidFeedback" nicht gefallen, weil nicht die Lauten sondern die Schlauen bestimmen sollen, in völliger Verkenntnis, das genau das das Ziel von LF ist. Oder Leute, denen das Sachsen2.0-Konzept "zu schnell" geht, die es aber in den 7 Wochen wo das aufm Tisch liegt nicht ein einziges Mal geschafft haben ihre Schnauze aufzumachen und einfach mal zu fragen wenn was unklar ist oder wie ich was wo gemeint haben könnte.

Und das ist nur das Theater in Sachsen, in Bayern hats noch einen, der explizit angekündigt hat den nächsten Parteitag sabotieren zu wollen, weil seine verqueren Ansichten nicht mehrheitsfähig sind und er auch keine Skrupel hätte die Partei zu zerstören, da sie ja unnütz ist wenn sie nicht das will was er will, in BaWü träumt man selbstbesoffen von 5%+x zur LTW im Frühjahr 2011 und keilt auf den Bundesvorstand ein, der sich erdreistet zu sagen "Ja, in BaWü isses schwer".

Das wird noch ein langer Weg dens zu gehen gilt bis man die ganzen Egomanen abgeschüttelt hat. Mal sehen ob was draus wird oder ob wir wie die STATT-Partei und sonstige Eintagsfliegen enden.

Weihnachtsmarkt-Rant

Klaus Peukert » 16 Dezember 2009 » in Rants » 1 Kommentar

Da hat man nun bis 12.12 Glück gehabt und nicht einmal(!) "Last christmas" hören müssen (mittlerweile regelmäßig, aber das überrascht nicht) und dann knallt die tolle Weihnachtsstimmung doch noch rein. Plan war der Kauf einer modischen, wärmenden Obertrikotage für die Herzdame. Feierabend, Kind verschiffen, Frau von Arbeit abholen, ins Parkhaus fahren, hoch in den Laden, einkaufen, Abendessen, zurück ins Parkhaus und ins Heim. Das war der Plan.

Zuerst fahren mir zwei Idioten fast in die Seite weil das Konzept "Vorfahrt" offenbar noch nicht bei allen bekannt ist. Dann ist das Wunsch-Parkhaus natürlich voll (hätte ich mir denken können, egal). Kehrtwende. Nächstes Parkhaus: Voll. Weiter. Zum vermutlich nicht ganz vollen kann man nicht links abbiegen. Also weiter im Idiotenverkehr. OK, dann in den Bahnhof und von unten die Stadt unsicher machen. Falsch eingeordnet, Stau. Wenden.

Am Parkhaus mit freien Plätzen wegen undurchsichtiger Beschilderung vorbeifahren (blöd wenn man links ist, nach rechts müsste und nicht kann und die Seitenstrase plötzlich hinter einem liegt. Planänderung: Abseits parken und mit Tram in die City. Zwei Haltestellen weiter sind Plätze frei, wobei die erste Lücke von bekloppten Radfahren blockiert wird, die zu zweit(!) drei Parkplätze so blockieren, das man da nicht rein kann. Egal. 50m weiter steht man dann.

Tram fährt ein. Ist voll. Hinten soll ein Kinderwagen mit rein, wir gehen nach vorn. Die Menschheit ist zu bekloppt um sich gleichmäßig in der Tram zu verteilen. Entschluß: Laufen. Tram fährt ab. Vordere Hälfte mit 200% Füllgrad, am Wagenende sind allerdings sogar noch Sitzplätze frei. Die Menschen sind zu doof Einkaufswagen halbwegs gleichmäßig in der Sammelanlage zu verteilen und zu merkbefreit in der Bahn Platz zu machen. 150m von der Haltestelle weg parkt neben uns an der Ampel die 1min nach "unserer" gekommene, verspätete, Folgebahn. Doppelt so groß (für die Techniker: vorher ein NGT8, dann ein T4DM-Großzug mit NB4) und nicht mal halb so voll.

Was solls. 3min später die nächste Bahn... Ebenfalls groß und leer (das hab ich verbaselt, zwei Linien im 10min-Takt ergeben nun mal einen 5min-Takt, daran hätte man denken dürfen). In der City dann: Freier Parkplatz direkt vorm Kaufhaus neben Ticketautomaten, freie Parkplätze in der Kaufhaus-Tiefgarage und noch ein freier ohne Ticketzwang (wenn ich das richtig gesehen hab). Pflichtprogramm dann erledigt, warum wir uns die Kür eines "Weihnachtsmarktbummels" angetan haben weiß ich auch nicht.

Lauter egoistische, in Laufrichtung und Geschwindigkeit unvorsehbar alternierend, die Umwelt und andere Passanten nicht wahrnehmend, glühweinbeseelt und weihnachtsmannbemützt (mal ehrlich, welcher erwachsene(!) Mensch setzt sich so ne Blinkenlichten-Weihnachtsmütze auf?) dumme, fressende und saufende Menschen, die sich an Freßbude, Freßbude, Kunsthandwerk, Kitsch, Freßbude, häßliche Schals, Freßbude, noch häßlichere Mützen, Kitsch und wieder Freßbude vorbeischlängeln. Da verpasst man echt nix, selbst wenn man zu Hause bleibt und sich nen Tetrapack Billigrotwein mit "Glühweingewürz" in der Kaffeemaschine warmmacht. Das is genauso beschissen.

Zurück ins Funkhaus.


Links? Rechts? Pirat!

Klaus Peukert » 17 September 2009 » in Piraten, Rants » 0 Kommentare

Da hat nun der stellvertretende Vorsitzende der PIRATEN der Jungen Freiheit ein Interview gegeben. Halb Blogistan ist aus dem Häuschen. "Wie kann man nur", "Geht ja mal gar nicht", "Das wars für mich", "UNWÄHLBAR". All denen sag ich: Tschüss. Wählt was Ihr wollt, macht was ihr wollt, aber tut nicht als wärt Ihr Piraten. Danke. Keine Sau hätte gemeckert, wenn das Interview in der Jungen Welt oder im ND gelandet wäre.

Er hat nem "rechtskonservativem" Blatt ein Interview gegeben. Sogar ein ziemlich gutes. Er hat direkt in der "Nazi-Postille" gesagt, dass die Piraten für alles "rechts der CDU/CSU" nie und nimmer nicht zu haben sind. Ziemlich cool, in der Höhle des Löwen zu sagen, das man auf Löwen überhaupt nicht steht. Warum also fällt man über die Wahl des Mediums her und setzt sich mit dem Inhalt nicht auseinander?

Der Vorsitzende hat noch einen drauf gesetzt und der JF einen boulevardesken Fragebogen (der erinnert an diese Bücher, wo jeder Klassenkamerad Lieblingsessen, -film,- farbe etc. eintragen konnte) ausgefüllt und die haben den veröffentlicht. Den "Berufsentrüsteten" muss ja jetzt der Kopf platzen. So viel kann man ja gar nicht twittern :-) So nebenbei hat er mal ein klasse Statement zu dem Entrüstungssturm gegeben.

Glücklicherweise lassen sich nicht alle "Piraten" von dem Gegenwind zurückwerfen, sondern stehen für ihre eigentlichen Einstellungen, Ziele und Wünsche ein. Und die sind nunmal unabhüngig von dem überkommenen Links-Rechts-Schema. Piraten sind "vorn", nicht links oder rechts. Kapiert das. Akzeptiert das. Die Piraten sind keine neue linke oder neue liberale und erst recht keine(!) neue rechte Partei. Seht es ein. Sie sind neu, sie sind anders. Sie passen nicht in die verkrusteten Politikschemata der letzten ~50 Jahre. Sie sind Piraten.

Mich hat schon zu Abi-Zeiten, als ich eine Zeit lang für "rechte Ideologien" anfällig war, diese "Geht ja gar nicht"-Attitüde, diese Ausgrenzung und Stigmatisierung "Andersdenkender" genervt. Wer nicht für mich ist gegen mich usw. Diese Ausgrenzung hätte fast dazu geführt, dass ich dem Rechten Rand anheim gefallen wäre. Glücklicherweise bin ich nicht "rechts" geworden. Im Gegenteil. Wenn ich mich irgendwo im aktuellen Schema einordnen müsste, dann landete ich irgendwo bei Linke, Grüne, FDP (in der Reihenfolge).

Ich habe "linke" Positionen ("Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen", vielen Dank auch liebe Grüne/SPD), finde Nazis widerlich ("Gute Heimreise, Zeca", gehts noch Ihr Klapsköpfe?), kann andererseits das beißreflexhafte Verhalten vieler Linker ggü. allem was "rechts der Mitte" ist absolut nicht ab. Wenn wir das mit Meinungsfreiheit usw. ernst nehmen, dann müssen wir mit ner Jungen Freiheit leben. Genau wie mit ner Jungle World oder der BILD.

Dieses ganze Links-Rechts, Gut-Böse, Erlaubt-NoGo, Kannmanmachen-Gehtjagarnicht, Schwarz-Weiß ermüdet mich und ödet mich an. Ich hab keinen Bock mir vorschreiben zu lassen mit wem ich rede bzw. wer die Guten und wer die Bösen sind. Wenn ich "linke Politik" machen wollen würde wäre ich zu den LINKEN gegangen. Oder zu den Grünen, wenns bisserl "ökologisch-bürgerlich" sein darf. Oder FDP wenns "bürgerlich-liberal" sein soll. Da sind sie aber wieder, die Schubladen. 

Ich mag keine Schubladen. Ich will frei denken, frei entscheiden können. Ich will mir keine Meinung vorschreiben lassen. Ich will selber denken.

Deswegen bin ich Pirat. 

Lesenswert

Klaus Peukert » 23 März 2009 » in Rants » 3 Kommentare

OK, nach nem halben Jahr Pause hier dürfte das außer mir und Bernd eh wieder keiner lesen, aber egal: Der Fiese Admin hat einen sehr lesenswerten Rant zur aktuellen "Killerspiel"-Debatte abgelassen: Lesebefehl :-)

Kollegen...

Klaus Peukert » 29 Januar 2007 » in Broterwerb, Rants » 1 Kommentar

Folgende Mail eines Kollegen (ok, er macht sein BA-Studium bei uns) erreichte mich:

bei $KUNDE besteht folgendes Problem bei der Telefonie, seit etwas 2 Wochen kann die dort wenn ein zweites Gespräch rein kommt es nicht an ihren apperat ran holen.

Ich hab lediglich $BEGRÜSSUNG und $VERABSCHIEDUNG weggelassen. Was soll ich damit anfangen? ich bin die ganze Woche auswärts verplant (Job #3 und Job #2), werd da (außer vor/nach der Arbeit) da wohl kaum hinfahren sollen. Ich hab dann mal gebeten entweder das dem Chef zu geben oder (wenn der ihn zu mir geschickt hat) seine Frage genauer zu stellen. Antwort:

Problem wie beschrieben am Telefon der Sekretärin können keine Gespräche mehr heran geholte werden

Diesmal ohne $GRUSS und $TSCHÜSS. Was (außer mit dem Kopf auf den Tisch knallen) macht man denn damit nun? Null Zusatzinformation. "Ich soll nachher wegen $PROBLEM da hin, gibt es irgendwas was ich beachten muss/wissen sollte?". Wäre das so schwer? Manno. Und dabei ist heut erst Montag und die eigentlich schmerzhaften Dinge der letzten 14 tage hab ich noch gar nicht erwähnt...

Arbeitgeberbenehmen 2006

Klaus Peukert » 07 August 2006 » in Privates, Rants » 2 Kommentare

SWMBO hat sich bei einem Hotel (im Übrigen ein Kunde von Job #1) um einen Teilzeitjob beworben. Letzte Woche Anruf, Termin für den nächsten Tag vereinbart, Bewerbungsunterlagen erstellt und beim persönlichen Gespräch übergeben. 10min "Kennenlern-Gespräch", man würde sich melden. Heute in der Post: Die Bewerbungsunterlagen, unfrei ("Porto zahlt Empfänger"), das eingeheftete Anschreiben fehlt. Kein weiteres (Absage-)Schreiben vom Hotel, nur die nackten Unterlagen ohne weiteren Kommentar, kein Anruf, nichts.

Unglaublich. Nicht zu fassen. Ist es zu schwer ne Absage zu tippen oder (wenn man auch dafür noch die 55ct dafür sparen will) anzurufen? Keiner verlangt, daß die Unterlagen ungefragt auf Kosten des Hauses zurückgeschickt werden, aber ein Absageanruf und die Auswahl, die Bewerbungsunterlagen

- zu vernichten
- zur Abholung bereit zu halten oder
- gegen Kostenerstattung bzw. nach Rücksprache(!) unfrei zuzusenden

ist doch nicht zuviel verlangt? Das die erste Frage "Hätten Sie ein Problem damit Probe zu arbeiten" war passt zu dem Haufen Arschlöcher.

Nachtrag: Ich hab das meinem Chef geflüstert (solche infos sind immer interessant *lol*) und der meinte nur lapidar was ich denn von dem Arschloch erwarten würde. LOL, endlich mal einer Meinung...