Das Internet lügt. Immer.

Klaus Peukert » 24 April 2013 » in Rants » 4 Kommentare

Nochmal. Telekom. Drossel. Ihr wißt Bescheid. Seit ner Weile geht folgendes rum


Telekom-Drossel mit 384 kbit/s from yetzt on Vimeo.

101 Sekunden. Reichliche anderthalb Minuten. Schaun wir mal. Laut derselben Quelle haben wir gedrosselt ne Bandbreite von 364 kBit/s. Wenn wir jetzt 101 Sekunden laden, dann sind das also insgesamt 36764 kBit sind 4596 kByte sind ~4,49 MB. Die Telekom-Startseite ist also laut diesem Beispiel knapp 4,5 MB groß. Gut da geht noch bisserl Latenz und lokale Renderingzeiut ab, aber das wird ja wohl keine ganze Minute dauern. Oder?

Yetzt gibts dasselbe Video nochmal auf Youtube:


Da dauert das plötzlich "nur" noch 51 Sekunden. Sind also 18564 kByte sind 2321 kByte sind ~2,27 MB. Hä? Ein und dieselbe Seite einmal 4,5MB und einmal 2,3 MB? Schauen wir nach: Opera, Chrome und Firefox sagen, dass man mit dem Aufruf der Telekomstartseite roundabout 1,5MB runtergeladen hat. Das wären rückwärts gerechnet runde 30 Sekunden, also ne lässige Minute schneller als das dramatische Beispiel von oben (die Aussage mit dem Meldegesetz stimmt aber trotzdem noch, wenn auch nur knapp).

Wir haben also ne realistische gedrosselte Downloadzeit von ner reichlichen halben Minute statt den rumgehenden 101 Sekunden. Das ist immer noch...lange. Aber wenn man ehrlich ist muss man nicht auf das letzte Werbebnner warten um auf "Handytarife" oder so zu klicken und in manchen Gegenden wären die Leute froh, wenn man wenigstens 384kBit (immerhin 6x ISDN) gelegt bekäme.

Und die Moral von der Geschicht? Das Internet lügt immer, also rechne nach bevor Du der durchs Dorf getriebenen Sau noch nen Tritt gibst.

Nachtrag: Die Überschrift bezieht sich auf den mir bekannten Spruch "Der Kunde lügt. Immer" aus Helpdesk-Kreisen bzw. ist eine Anspielung auf die Empörung der Heilkräuterpetition, wo man sich auf "Seiten im Internen, die die Wahrheit schreiben" verließ. Das Video selbst ist selbstverständlich keine Lüge und auch der Ersteller lügt nicht. Sorry, wenn das so rüberkommt. Ich möchte die "Aufregung" nur ein wenig...einordnen.

Herr Beck kann nicht schlafen

Klaus Peukert » 04 April 2012 » in Rants »

Kurt Beck kann nicht schlafen und es geht im dreckig. Sagte er dem Kollegen Lauer kürzlich bei Maybrit. Weil er eine ganze Nacht telefonierte und die "Schlecker-Frauen" (jetzt mal ehrlich: da arbeiten doch nicht wirklich ausschließlich Frauen und wie arschloch ist es, dann von "Schlecker-Frauen" zu sprechen?) wegen eines Vetos der FDP doch nicht retten konnte und die jetzt stempeln gehen müssen.

Herr Beck ist Mitglied einer Partei, die in ihrer Regierungsverantwortung die "HartzIV-Gesetze" einführte und Mitglied einer Regierung (Er, stolz: "5x wiedergewählt!") die dem im Bundesrat zustimmte (citation needed, ich bin aber zu faul zum suchen). Herr Beck kann nun nicht schlafen, weil die Schleckerianer nun ALGI beziehen und sich alleine/mit Hilfe des Arbeitsamtes, Verzeihung, der Arbeitsagenturen, neue Jobs suchen müssen.

Lieber Herr Beck: Wo ist denn das Problem? Was ist denn das Schlimmste was den Leuten passieren kann? HartzIV? Haben Sie selber eingeführt, muss doch voll knorke und sozial sein. Und nur gerechtfertigt, das man der ARGE-Mitarbeiterin (ja, es ist hier auch arschloch auf Frauen zu typisieren, aber ich bin so wütend, ich verzichte sogar aufs korrekte Gendering) erklären darf, warum man 3 Monate vor Antragstellung ein Kleindungsstück für 19€ auf eBay vertickte.

Herr Beck. Ich musste mich nackig machen. Vor völlig fremden Personen. Meine damalige Lebensgefährtin (und jetzige Frau) musste nach dem Tod ihrer Mutter und dem Abbruch ihrer Ausbildung während der Schwangerschaft HartzIV beantragen und plötzlich war ich mittendrin. Weil ich der Vater unseres Kindes bin und wir zusammenwohnten. Ich musste auf der ARGE die eBay-Verkäufe meiner alten Fußballtrikots erklären.

Und die Spaßüberweisungen "Für sexuelle Gefälligkeiten". Ich musste meinen Arbeitgeber um eine Gehaltsbescheinigung bitten. Meinen Vermieter um eine Aufstellung von Heiz- und Nebenkosten. Alle wußten plötzlich, das ich plötzlich ein Bittsteller war und Brosamen vom Staat erbettelte. Wissen Sie, was das für ein Gefühl ist? Es ist ein verficktes Scheißgefühl! Und nein: SIE wissen es NICHT.

Und seit Jahren müssen Millionen Menschen sich dieser Erniedrigung aussetzen, die *Sie*  mit beschlossen und eingeführt haben (und wenn sie der einzige "SPDler gegen HartzIV" gewesen sein sollten: Mir doch wurscht, mitgehangen, mitgefangen). Und jetzt stellen (ok, setzen) sie sich in ein gemütliches Fernsehstudio und blaffen den schnoddrigen Lauer an, das es ihnen schlecht geht.

Das sollte es auch. Aber nicht wegen der 11.000 Schleckermitarbeiter, die nun in das soziale Netz fallen, da sie aufgespannt haben. Sondern wegen der asozialen Scheißpolitik, die sie zu verantworten haben und die Millionen Menschen Tag für Tag in ihrer persönlichen Freiheit einschränkt, sie stigmatisiert und erniedrigt. Dafür sollte es ihnen schlecht gehen. Tag und Nacht. Und ihren Kollegen, die das alles richtig töfte fanden, gleich mit.

Und wissen sie was? Dinge wie Obiges sind der Grund, warum plötzlich 12% der Leute Piraten wählen wollen. Diese komische Einthemen-Internetpartei ohne Programm. Offenbar reicht es schon, einfach mal ehrlich zu den Leuten zu sein. Und plötzlich würden über fünf Millionen Leute Piraten wählen. Und das, wo wir außer dem eher visionären BGE und den weniger bekannten Änderungswünschen an HartzIV grad in der Sozialpolitik keine "Patentrezepte" haben.

Aber wissen sie noch was? Wenn man ehrlich zu den Leuten ist und sie nicht für dumm verkauft: Dann merken die das und deswegen setzen plötzlich so viele Leute Vertrauen in die Piraten, das selbst denen Angst und Bange ob der plötzlichen Verantwortung wird. Die Leute in diesem Land sind nämlich alles andere als dumm und wenn wir mehr auf sie, statt auf eine sich immer mehr abschottende Kaste von Lobbyisten und "Berufs"-Politikern, hören würden, vielleicht wäre diese Gesellschaft eine bessere, angenehmere solche.

Und, wenn ich einmal grad in Schwung bin: Liebe FDP: Ihr seid genau so Scheiße. Ihr, Politiker von Teenagerbeinen an, nie was anderes gemacht (außer mit Mitte 20 erstmal ne Internetbude mit KfW-Mitteln gegen die Wand gefahren) und jetzt stellt ihr Euch hin und meint, der Markt müsse das regeln und der Staat dürfe da nicht eingreifen. Über Kurt Beck kann mich ja wenigstens noch aufregen. Aber eure neoliberale, marktradikale Scheiße kann mal gepflegt sterben gehen, das isses mir nicht mal wert, drüber zu ranten.

Aber selbst Euch wünsch ich, das ihr kein HartzIV mehr braucht, sondern Euch abseits jeglicher Existenzängsten von der FDP verabschieden könnt und Anschlußverwendungen findet.

Ich möchte eine Gesellschaft, an der jeder angstfrei und bedingungslos teilhaben kann.

Sogar FDPler.

Politiktheater

Klaus Peukert » 27 September 2011 » in Rants » 0 Kommentare

Nach Schneiers "Sicherheitstheater" und dem "Datenschutztheater" der Spackeria möchte ich (wenn das nicht eh schon irgendwann irgendwo jemand erfunden hat) den Begriff "Politiktheater" einführen. Jemand sagt was, jemand anderes findet es doof, die Presse schreibt darüber, alle kommen in die Zeitung und ins Fernsehen und das wars. Worum es geht, oder was angekündigt war, ob das politisch/technisch mach- oder durchsetzbar ist, interessiert dann nicht mehr.

Aktuelles Beispiel: Siegfried Kauder, Lobbyist der Musikindustrie und nebenberuflich für die CDU im Bundestag, hat irgendwo erzählt das, er gegen Urheberrechtsverletzungen ein "2-Strikes"-Gesetz auf der Pfanne brutzeln hat. Und schon beginnt das von Kauder angepiekste Hornissennest der gesammelten Netzgemeinde, vornedran die selbsternannten Bienenköniginnen der "Netzgemeinde", die "Digitalen Gesellschaft" kräftig zu brummen. Kauder bekommt obendrein von Parteikollegen und der Konkurrenz in die Fresse, es hagelt böse Pressemitteilungen, Twitter ruft zu den Barikaden. Die ZEIT hat nen Überblick.

Mal abgesehen von der im Zeitalter von Prepaid ohne echte Verifizierung bei der Registrierung, Tethering und Freifunk technisch kaum wirksam durchsetzbaren Forderung: Sogar Kauder dürfte klar sein, das sein auf den Schlamm hauen selbst in der eigenen Partei/Fraktion nicht durchsetzbar ist und nur der Bespielung der vertretenen Lobby dient. Er kann sagen "Ich habs versucht", die Netzgemeinde kann sich einen "Protestiere erfolgreich gegen ein nie ernst gemeinten Vorschlag"-Badge auf die Brust nähen und dann kann schon die nächste Sau kommen.

Aber Hauptsache mal schön getrollt und alle sind angesprungen.

Politiktheater.

Google löscht sieben Jahre des digitalen Lebens eines Nutzers und zuckt nur mit den Schultern

Klaus Peukert » 27 Juli 2011 » in Rants » 3 Kommentare

Ihr erinnert Euch: "Google löscht sieben Jahre des digitalen Lebens eines Nutzers und zuckt nur mit den Schultern". Außer dem Twitlonger-Brief des gesperrten Users gab es keinerlei Fakten und dennoch ging das rum wie nix. Klar, bot sich ja an, wo Google eh grad lernend bei der Liveimplementierung ihrer community guidelines von G+ ab und zu übers Ziel hinausschoß. Ich fragte mich schon, wer damals mein "Google plant die Superdatenbank"-Debunking toll fand, verbreitete und flatterte, obiges aber kritiklos verteilte. Waren ne Menge Leute...

Jetzt stellt sich raus, das der gesperrte User ein kleines Detail "vergaß" zu erwähnen: Die Sperrung erfolgte auf Grund eines, sagen wir, "delikaten", Bildes in seinem Account. Stefan Keuchel, Pressesprecher Google Deutschland hat jetzt (da der User inzwischen damit rausrückte woran es wirklich lag) das ganze nochmal offiziell erklärt/erläutert. Jemand lädt ein "barely legal"-Bild in seinen Account hoch und wird (automatisch) gesperrt. Darauf beginnt das große Weinen und weil eh alle grad auf Google rumkloppen nimmt man das zum Anlaß die Sau mit "Google killt sieben Onlinejahre und zuckt mit den Schultern" durchs Dorf zu treiben.

Und das obwohl ausser dem offenen Beschwerdebrief des Users ohne weitere Details nichts, aber auch gar nichts an Fakten bekannt ist (siehe auch die Kommentar bei t3n). Und jetzt? Stellt sich raus, das es nicht wegen Realnamen oder Fakeprofilen sondern wegen nem wohl ziemlich "handfesten" Bild, was selbst der User als "bordering on the limits of what is legally permissible" bezeichnet der Account gesperrt (und nicht *gelöscht*) wurde. Nur dumm, das der arme User diesen kleinen unbedeutenden Fakt vergaß in seiner Beschwerde zu erwähnen...

So, und ich hoffe, das alle, die diesen Fall als Megafail von Google wegen Realnamen breitgetreten haben in Zukunft eben nicht mehr ohne weitere Details draufdreschen. Als ob man aus "Google plant die Superdatenbank" nichts hätte lernen können... Seufz.

Digitale Mantafahrer

Klaus Peukert » 15 Juli 2011 » in Rants » 15 Kommentare

Weils grad durch Google+ und Twitter schwappt: Da werden also Leute in der Google+-Beta gekickt, weil sie sich nach ihrem Twitter-, Blog- oder WoW-Nick nennen wollen. Als Beweis das das unter Googles Namenspolicy fällt wird angeführt, das der Beispiel User "Sebastian Michael Müller" sich auch als "Basti Müller" oder "Michi Müller" anmelden darf. Das soll nun der Freibrief für "Dr. Tod", "Der Ennomane", "plomlompom plomlompom" und weiteres sein.

Weiterhin heißt es, das mancher ja unter seinem Nickname (bei mir: tarzun) besser bekannt ist und man mit dem echten Namen (hier: Klaus Peukert) nichts anfangen kann. Dann gibt es noch das "Für manche ist es notwendig wegen Repressionsschutz"-Argument und die legalistische Linie, die das TeleMedienGesetz (TMG) zitiert, nachdem in Deutschland die pseudonyme Nutzung ermöglicht werden muss. Von mir dazu nur kurz:

  • Wer Angst vor (staatlichen) Repressalien hat oder nicht will, das der Arbeitgeber, die Ex-Frau oder der Stalker bei einem mitliest, dem spuckt der Fakenamegenerator dreimal am Tag eine neue plausible Identität aus, die bei keinem oberflächlichen Betrachter den "Aha, ein Pseudonym"-Reflex triggert.
  • Wenn es darum geht, die Reputation und Prominenz von Twitter und Blog mit "rüberzunehmen", dann bietet Google+ zwei Stellen ("Alias" in den Accountsettings und "Weitere Namen" in den Profilsettings) wo man das zusammenklöppeln kann. Man kann sein Twitterkonto verbinden und unter Links anzeigen lassen und beliebige Webseiten ebenda auch verknüpfen.
  • Auch die Angabe von "aka tarzun" als Beruf ist möglich, das sieht man dann sogar beim Drüberhovern übern Namen. Und man kann, das dürfte wohl unproblematisch sein, seinen Nick als Teil des Vor- oder Nachnamens angeben, also "Klaus 'tarzun'" | "Peukert" oder "Klaus" | "'tarzun' Peukert", was dann ein "Klaus 'tarzun' Peukert" ergibt.
  • Die "Netzidentität" geht also nicht verloren, nur weil man die Felder Vor- und Nachname mit, nunja, dem Vor- und Nachnamen, ausfüllen soll. Zu dieser "Google-Identität" und dem vermutlichen Hintergrund bzw. Lernprozeß bei Google hat Kristian 'isotopp' Köhntopp was geschrieben.
  • Es wird das Äquivalent zu "Pages" und "Fanseiten" geben, wenn man also einen virtuellen Fuchsschwanz will, wird das später gehen.

Man kann also sich sowohl per brauchbarem Pseudonym schützen, man kann seine Netzidentät ebenso brauchbar verknüpfen und man kann sich sogar (zukünftig) einen eigenen Schrein für die Netzpersona basteln. Wo ist jetzt also das Problem? Das man nicht "Der Tarzun" als Vor- und Nachname angeben darf und wenn man das (bewußt!) macht, erstmal abgeklemmt wird? Der Holger Koepke, ein alter Usenethase, der diese Realnamendiskussion ebenfalls schon in mehreren Iterationen erleben durfte hat das Ganze nochmal sehr schön und sachlich zusammengefasst.

Dem ist eigentlich kaum noch was hinzuzufügen. Pseudonyme können wichtig und notwendig sein und es ist wichtig, das man das Netz an sich pseudonym oder anonym nutzen kann. Das Beharren auf seinem Twitternick als "Vornamen" in dieser Beta-Version ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr als das Äquivalent zum KENWOOD-Aufkleber und dem Fuchsschwanz an der Antenne.

Google, Streetview und ein später Rant

Klaus Peukert » 22 November 2010 » in Piraten, Politisches, Rants » 0 Kommentare

Auf einer Piraten-Mailingliste wurde gefragt ob man denn nicht gezielt die Leute ansprechen sollte, die ihre Hochhausfassaden haben verpixeln lassen. Ich fragte mich dort, warum man so etwas will: Und mal deutlich zu machen, das verdammte Hausfassaden und geparkte Autos auf 2+ Jahre alten Bildern keine persönlichen Daten sind? Weil die Privatsphäre dadurch geschützt wird, wenn die Strassenfassade unkenntlich ist, während nebenan bei GoogleMaps der fette Pool in aller Pracht zu sehen ist. Um ihnen zu erklären, das dasselbe Haus bei telefonbuch.de, in Geoscoring-DBs, kommunal betriebenen virtuellen Stadtrundgängen und behördlichen Luftbild-Datenbanken bereits seit Jahren öffentlich ist?

Man möge mir meinen bitteren Sarkasmus ob dieses aktuellen "wrong on so many levels" bitte nachsehen. Aber Leute, die uns gerade erklären, das eine Bombenattrappe den Weltfrieden bedroht, so das der Münchner Hbf nicht mehr von den Seiteneingängen (aber über die U- und S-Bahntunnel) betreten werden darf, Leute, die ein halbes Jahr sämtliche Kommunikation auf Halde speichern wollen, die Biometriedaten in Ausweise pressen, damit der GPG-nutzende Araber ohne solche Ausweise dann doch bloß einreisen und Mist bauen kann.

Leute, die auf Bahnhöfen Polizisten mit MPis auffahren, als ob die bei nem Anschlag was nützen würden (wollen die einmal quer über die Bahnsteige "streichen"?) und somit mehr Verunsicherung (um nicht "Angst und Schrecken" zu schreiben) verbreiten als alles andere. Leute, die "Migrantenfamilien" dissen und sich dann wundern, das es ausgerechnet GEZ-zahlende Akademiker waren, die mal eben zwei Hochhäuser zerlegt haben.

Leute, die allen Ernstes dazu auffordern, den seltsam sprechenden Nachbarn zu denunzieren, als hätten wir nicht zwei Diktaturen hinter uns. Diese Leute wollen unsere "Privatsphäre" schützen in dem wir in einem von Hunderten Internetangeboten Bilder blurren, die jeder Hobbyforograf, ggf. sogar unabsichtlich, per geo-getaggten Urlaubsfoto wieder scharf macht? Ja, Aufklärung tut tatsächlich not. Aber nicht auf der Schiene "Privatsphäre/Datenschutz", zu erklären, das dies nur Nebelkerzen sind ist das kleinste Problem. Ich wette 2 von drei Verpixlern haben eine Payback- oder Deutschlandkarte im Portemonnaie. Und denen könnte man tatsächlich mal sagen, welchem Unsinn sie offenbar aufgesessen sind. Inwieweit das in einer Bevölkerung, die den Sonneborn mal das Schlafzimmer für "HomeView" ablichten läßt allerdings überhaupt sinvoll sein wird...

StreetView hat kein "Datenschutzproblem", weil es eben nicht das Bild der Lieschen-Müller-Allee 123 in Hintertupfingen mit der Adresse von tarzun verknüpft, sondern einfach die Fassade der Lieschen-Müller-Allee 123 zeigt, aber nicht dazuschreibt wer dort wohnt, wieviel er verdient und wann diese guttausehende Blonde von nebenan denn mal alleine zu Hause ist. Es zeigt einfach Hausfassaden mit dem Stand von vor 1,5-2 Jahren. Ja, wenn man weiß, das ich in der Lieschen-Müller-Allee wohne kann man da nachschauen. Und? Das kann man aber auch so und wenn die Strasse in einem "Problembezirk" liegt wird der Kredits- oder Personalsachbearbeiter nicht Streetview brauchen um einem "Assi" ob der Herkunft wie mir keinen Kredit/Job zu geben.

Streetview verletzt den Datenschutz.

Das ich nicht lache.

Piraten und Fachkompetenz

Klaus Peukert » 28 September 2010 » in Rants » 0 Kommentare

Da sind wir nun die "Netzpartei", die Partei, die sachlich und lösungsorientiert arbeiten will, die keine Luftschlösser versprechen sondern ehrliche und durchdachte Konzepte anbieten und so eine wohltuende Alternative zu den elenden Polithuren mit ihrer beschissenen Klientelpolitik sein will. Und dann pusten Autoren der Flaschenpost (so ner Art inofiziellen Parteizeitung) sowas wie hier raus

Abseits aller fachlicher Kritik (ich kann letztlich auch nur jede der Seiten nachplappern, wobei mir Pavel Meyers Blogbeitrag noch am meisten geholfen hat den ePA halbwegs zu verstehen): Es wäre uns echt anzuraten solche Artikel nicht auf einem sprachlichen Niveau rauszupusten, für das die 8-Klässler, die den ePA mitm Lötkolben gebrizzelt haben von ihrem Lehrer die Schülerzeitung um die Ohren gepfeffert bekommen hätten.

Mit Verlaub, dieser hämische, arrogante, herablassende Duktus, der aus jeder Zeile tropft ist nicht geeignet um uns als seriösen Gesprächspartner oder gar als Wahlalternative zu positionieren. Dieser Artikel klärt nicht auf, er warnt nicht vor eventuellen Gefahren, er zeigt keine Lösungen, es ist tumbe Polemik, für die wir uns schämen sollten.

Mir persönlich gehts gar nicht darum den ePA auf einen "Das ist SICHER!!!!111elf"-Sockel zu heben. Aber wir sollten nicht auf der einen Seite von der Leyensche Brachialrhetorik kritisieren und dann im Gegenzug ähnlich "qualifiziert" auf andere Dinge draufkloppen.

Dann nimmt man uns nämlich irgendwann nicht mehr ernst, wählt uns nicht und dann ist der Katzenjammer groß. Also Kritik, klar. Aber bitte sachlich und fundiert und nicht auf "Lulz, Hacker gonna hack, eh?"-Niveau.

Weihnachtsmarkt-Rant

Klaus Peukert » 16 Dezember 2009 » in Rants » 1 Kommentar

Da hat man nun bis 12.12 Glück gehabt und nicht einmal(!) "Last christmas" hören müssen (mittlerweile regelmäßig, aber das überrascht nicht) und dann knallt die tolle Weihnachtsstimmung doch noch rein. Plan war der Kauf einer modischen, wärmenden Obertrikotage für die Herzdame. Feierabend, Kind verschiffen, Frau von Arbeit abholen, ins Parkhaus fahren, hoch in den Laden, einkaufen, Abendessen, zurück ins Parkhaus und ins Heim. Das war der Plan.

Zuerst fahren mir zwei Idioten fast in die Seite weil das Konzept "Vorfahrt" offenbar noch nicht bei allen bekannt ist. Dann ist das Wunsch-Parkhaus natürlich voll (hätte ich mir denken können, egal). Kehrtwende. Nächstes Parkhaus: Voll. Weiter. Zum vermutlich nicht ganz vollen kann man nicht links abbiegen. Also weiter im Idiotenverkehr. OK, dann in den Bahnhof und von unten die Stadt unsicher machen. Falsch eingeordnet, Stau. Wenden.

Am Parkhaus mit freien Plätzen wegen undurchsichtiger Beschilderung vorbeifahren (blöd wenn man links ist, nach rechts müsste und nicht kann und die Seitenstrase plötzlich hinter einem liegt. Planänderung: Abseits parken und mit Tram in die City. Zwei Haltestellen weiter sind Plätze frei, wobei die erste Lücke von bekloppten Radfahren blockiert wird, die zu zweit(!) drei Parkplätze so blockieren, das man da nicht rein kann. Egal. 50m weiter steht man dann.

Tram fährt ein. Ist voll. Hinten soll ein Kinderwagen mit rein, wir gehen nach vorn. Die Menschheit ist zu bekloppt um sich gleichmäßig in der Tram zu verteilen. Entschluß: Laufen. Tram fährt ab. Vordere Hälfte mit 200% Füllgrad, am Wagenende sind allerdings sogar noch Sitzplätze frei. Die Menschen sind zu doof Einkaufswagen halbwegs gleichmäßig in der Sammelanlage zu verteilen und zu merkbefreit in der Bahn Platz zu machen. 150m von der Haltestelle weg parkt neben uns an der Ampel die 1min nach "unserer" gekommene, verspätete, Folgebahn. Doppelt so groß (für die Techniker: vorher ein NGT8, dann ein T4DM-Großzug mit NB4) und nicht mal halb so voll.

Was solls. 3min später die nächste Bahn... Ebenfalls groß und leer (das hab ich verbaselt, zwei Linien im 10min-Takt ergeben nun mal einen 5min-Takt, daran hätte man denken dürfen). In der City dann: Freier Parkplatz direkt vorm Kaufhaus neben Ticketautomaten, freie Parkplätze in der Kaufhaus-Tiefgarage und noch ein freier ohne Ticketzwang (wenn ich das richtig gesehen hab). Pflichtprogramm dann erledigt, warum wir uns die Kür eines "Weihnachtsmarktbummels" angetan haben weiß ich auch nicht.

Lauter egoistische, in Laufrichtung und Geschwindigkeit unvorsehbar alternierend, die Umwelt und andere Passanten nicht wahrnehmend, glühweinbeseelt und weihnachtsmannbemützt (mal ehrlich, welcher erwachsene(!) Mensch setzt sich so ne Blinkenlichten-Weihnachtsmütze auf?) dumme, fressende und saufende Menschen, die sich an Freßbude, Freßbude, Kunsthandwerk, Kitsch, Freßbude, häßliche Schals, Freßbude, noch häßlichere Mützen, Kitsch und wieder Freßbude vorbeischlängeln. Da verpasst man echt nix, selbst wenn man zu Hause bleibt und sich nen Tetrapack Billigrotwein mit "Glühweingewürz" in der Kaffeemaschine warmmacht. Das is genauso beschissen.

Zurück ins Funkhaus.


Lesenswert

Klaus Peukert » 23 März 2009 » in Rants » 3 Kommentare

OK, nach nem halben Jahr Pause hier dürfte das außer mir und Bernd eh wieder keiner lesen, aber egal: Der Fiese Admin hat einen sehr lesenswerten Rant zur aktuellen "Killerspiel"-Debatte abgelassen: Lesebefehl :-)

Kollegen...

Klaus Peukert » 29 Januar 2007 » in Broterwerb, Rants » 1 Kommentar

Folgende Mail eines Kollegen (ok, er macht sein BA-Studium bei uns) erreichte mich:

bei $KUNDE besteht folgendes Problem bei der Telefonie, seit etwas 2 Wochen kann die dort wenn ein zweites Gespräch rein kommt es nicht an ihren apperat ran holen.

Ich hab lediglich $BEGRÜSSUNG und $VERABSCHIEDUNG weggelassen. Was soll ich damit anfangen? ich bin die ganze Woche auswärts verplant (Job #3 und Job #2), werd da (außer vor/nach der Arbeit) da wohl kaum hinfahren sollen. Ich hab dann mal gebeten entweder das dem Chef zu geben oder (wenn der ihn zu mir geschickt hat) seine Frage genauer zu stellen. Antwort:

Problem wie beschrieben am Telefon der Sekretärin können keine Gespräche mehr heran geholte werden

Diesmal ohne $GRUSS und $TSCHÜSS. Was (außer mit dem Kopf auf den Tisch knallen) macht man denn damit nun? Null Zusatzinformation. "Ich soll nachher wegen $PROBLEM da hin, gibt es irgendwas was ich beachten muss/wissen sollte?". Wäre das so schwer? Manno. Und dabei ist heut erst Montag und die eigentlich schmerzhaften Dinge der letzten 14 tage hab ich noch gar nicht erwähnt...

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