Politiktheater

Klaus Peukert » 27 September 2011 » in Rants » 0 Kommentare

Nach Schneiers "Sicherheitstheater" und dem "Datenschutztheater" der Spackeria möchte ich (wenn das nicht eh schon irgendwann irgendwo jemand erfunden hat) den Begriff "Politiktheater" einführen. Jemand sagt was, jemand anderes findet es doof, die Presse schreibt darüber, alle kommen in die Zeitung und ins Fernsehen und das wars. Worum es geht, oder was angekündigt war, ob das politisch/technisch mach- oder durchsetzbar ist, interessiert dann nicht mehr.

Aktuelles Beispiel: Siegfried Kauder, Lobbyist der Musikindustrie und nebenberuflich für die CDU im Bundestag, hat irgendwo erzählt das, er gegen Urheberrechtsverletzungen ein "2-Strikes"-Gesetz auf der Pfanne brutzeln hat. Und schon beginnt das von Kauder angepiekste Hornissennest der gesammelten Netzgemeinde, vornedran die selbsternannten Bienenköniginnen der "Netzgemeinde", die "Digitalen Gesellschaft" kräftig zu brummen. Kauder bekommt obendrein von Parteikollegen und der Konkurrenz in die Fresse, es hagelt böse Pressemitteilungen, Twitter ruft zu den Barikaden. Die ZEIT hat nen Überblick.

Mal abgesehen von der im Zeitalter von Prepaid ohne echte Verifizierung bei der Registrierung, Tethering und Freifunk technisch kaum wirksam durchsetzbaren Forderung: Sogar Kauder dürfte klar sein, das sein auf den Schlamm hauen selbst in der eigenen Partei/Fraktion nicht durchsetzbar ist und nur der Bespielung der vertretenen Lobby dient. Er kann sagen "Ich habs versucht", die Netzgemeinde kann sich einen "Protestiere erfolgreich gegen ein nie ernst gemeinten Vorschlag"-Badge auf die Brust nähen und dann kann schon die nächste Sau kommen.

Aber Hauptsache mal schön getrollt und alle sind angesprungen.

Politiktheater.

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