Ich bin enttäuscht.
Piraten stehen für die Meinungsfreiheit, immer wenn es um rechtes Gedankengut, geht gibt es Piraten, die meinen, dass ja auch Nazis eine Meinung haben und das dies unter den hohem Schutz der Meinungsfreiheit stehe, nicht meine Meinung, aber egal.
Jetzt hat Julia Schramm, im Netz auch bekannt als @laprintemps in der Flaschenpost, der offiziellen Mitglieder-"Zeitung" und Bundesnewsletter der Piratenpartei, einen Artikel über Datenschutz und dessen Zukunft veröffentlicht, zugegeben kontrovers, aber absolut in Ordnung und wohlüberlegt, im Original ein Beitrag im Berliner Kaperbrief, der als Contra zu einem Artikel, der den Datenschutz noch stärker sehen will, stand. Dieser Kontext wurde im Beitrag der Flaschenpost nicht wiedergegeben.
Nach der Veröffentlichung hagelte es Kommentare, die so nicht in Ordnung sind. Als erstes wurde das übliche Gebashe losgetreten, hart an der Grenze, aber noch in Ordnung, dann meldete sich das erste Bundesvorstands Mitglied zur Wort, er distanzierte sich überschwenglich von den Äußerungen Julias, auch im Namen der Partei, meiner Meinung ohne Beschluss nicht OK, aber gut, kann man noch machen.
Dies war aber der Startschuss für eine Welle von Kommentaren und Meinungsäußerungen, die, mal wieder, geprägt waren von Gewalt und sexuellen Anspielungen, bis hin zu einem Beitrag von Volker M., der aufforderte Julia "doch mal ordentlich zu bummsen" und bei der zeitweise der Server der Flaschenpost und damit auch den Server der Piraten Bayern von einem dDOS-Angriff außer Dienst gesetzt wurde.
Dies war aber wohl nur der Gipfel des Eisbergs, ich hatte zu der Zeit, zum Glück, besseres zu tun. Julia antwortete darauf mit einem hochemotionalen und sehr bewegenden Blogpost (http://juliaschramm.de/blog/piraten/meinung-und-freiheit/), der zeigt wie sehr Sie diese Vorgänge getroffen haben.
Ich muss sagen mich machen diese Vorgänge stark betroffen und ich muss mich sehr fragen, ob ein Partei, die sich so verhält, wenn jemand Meinungen abseits des Partei-Mainstreams äußert, die richtige für mich und für die Zukunft der Politik in diesem Land ist.
Ich erwarte, dass der Bundesvorstand sich ganz klar äußert und klar macht, dass dieses Verhalten so nicht geduldet wird und Folgen hat, sonst werde ich die Konsequenzen ziehen und für den Bundesverband vorerst keine Arbeit mehr übernehmen.
Autor des Textes: @plaetzchen auf Pastebin - Ich hätte es wohl aber kaum anders geschrieben.