Google löscht sieben Jahre des digitalen Lebens eines Nutzers und zuckt nur mit den Schultern

Klaus Peukert » 27 Juli 2011 » in Rants » 3 Kommentare

Ihr erinnert Euch: "Google löscht sieben Jahre des digitalen Lebens eines Nutzers und zuckt nur mit den Schultern". Außer dem Twitlonger-Brief des gesperrten Users gab es keinerlei Fakten und dennoch ging das rum wie nix. Klar, bot sich ja an, wo Google eh grad lernend bei der Liveimplementierung ihrer community guidelines von G+ ab und zu übers Ziel hinausschoß. Ich fragte mich schon, wer damals mein "Google plant die Superdatenbank"-Debunking toll fand, verbreitete und flatterte, obiges aber kritiklos verteilte. Waren ne Menge Leute...

Jetzt stellt sich raus, das der gesperrte User ein kleines Detail "vergaß" zu erwähnen: Die Sperrung erfolgte auf Grund eines, sagen wir, "delikaten", Bildes in seinem Account. Stefan Keuchel, Pressesprecher Google Deutschland hat jetzt (da der User inzwischen damit rausrückte woran es wirklich lag) das ganze nochmal offiziell erklärt/erläutert. Jemand lädt ein "barely legal"-Bild in seinen Account hoch und wird (automatisch) gesperrt. Darauf beginnt das große Weinen und weil eh alle grad auf Google rumkloppen nimmt man das zum Anlaß die Sau mit "Google killt sieben Onlinejahre und zuckt mit den Schultern" durchs Dorf zu treiben.

Und das obwohl ausser dem offenen Beschwerdebrief des Users ohne weitere Details nichts, aber auch gar nichts an Fakten bekannt ist (siehe auch die Kommentar bei t3n). Und jetzt? Stellt sich raus, das es nicht wegen Realnamen oder Fakeprofilen sondern wegen nem wohl ziemlich "handfesten" Bild, was selbst der User als "bordering on the limits of what is legally permissible" bezeichnet der Account gesperrt (und nicht *gelöscht*) wurde. Nur dumm, das der arme User diesen kleinen unbedeutenden Fakt vergaß in seiner Beschwerde zu erwähnen...

So, und ich hoffe, das alle, die diesen Fall als Megafail von Google wegen Realnamen breitgetreten haben in Zukunft eben nicht mehr ohne weitere Details draufdreschen. Als ob man aus "Google plant die Superdatenbank" nichts hätte lernen können... Seufz.

Realnamen, Google+ et al und ich

Klaus Peukert » 27 Juli 2011 » in Privates » 1 Kommentar

Ich glaube, mir ist inzwischen klar geworden, warum ich ausgerechnet bei G+ (naja, bei Facebook, XING u.ä. eigentlich auch) so auf Realnamen rumhacke bzw. sie "erwarte", obwohl ich Pseudonyme und Nicknames an anderer Stelle (Twitter, WoW, Foren, IRC, Communities etc.) voll in Ordnung und angebracht finde und selbstverständlich auch nutze (im IRC würde ich wohl nie unter klauspeukert zu finden sein und auch meine WoW-Charakter haben nettere Namen :-)). Hat wohl was mit "Dem Ding mit den Menschen" zu tun und damit, das ich hier nicht mit einer (von ggf. mehreren) virtuellen Identität einer Person, sondern eben mit der "echten" Person dahinter kommunizieren möchte.

Und an der hängt nunmal der "Ausweisname" als "identitätenübergreifendes" Merkmal dran. Aufgefallen ist mir das, als ich gestern so lange Circlevorschläge durchgeackert hab bis Google keine mehr hatte. Ich empfand es selbst bei persönlich bekannten und geschätzten Leuten als "störend" bzw. "unpassend" sie zwar zu finden/wiederzuerkennen, aber eben nur in der Form einer virtuellen Identität und nicht der physischen/echten. Es hat also bei mir wohl nix mit der unsäglichen "Wer nix zu verbergen hat"-Keule zu tun, sondern mit einem Bauchgefühl und dem Wunsch mit der tatsächlichen und nicht der/einer virtuellen Person zu tun zu haben.

Bei Christian Heller im plomwiki hat hat Thomas Maier Ähnliches, wenn auch deutlich flapsiger geschrieben. Von der eher laxen Wortwahl abgesehen glaub ich, das der Punkt, "Es gibt 'einen' Namen, der alle weiteren Identitäten (Spitzname im Sportverein, WoW-Character, Twitter-Nick) vereint", ziemlich valide ist und ich glaube das es das ist, was mich dazu bringt, per "Bauchgefühl" bei Plattformen wie G+ (und halt auch Facebook etc.) den Realnamen als Metakennzeichen und vereinigendes Merkmal aller Identitäten einer Person zu wollen.

Digitale Mantafahrer

Klaus Peukert » 15 Juli 2011 » in Rants » 15 Kommentare

Weils grad durch Google+ und Twitter schwappt: Da werden also Leute in der Google+-Beta gekickt, weil sie sich nach ihrem Twitter-, Blog- oder WoW-Nick nennen wollen. Als Beweis das das unter Googles Namenspolicy fällt wird angeführt, das der Beispiel User "Sebastian Michael Müller" sich auch als "Basti Müller" oder "Michi Müller" anmelden darf. Das soll nun der Freibrief für "Dr. Tod", "Der Ennomane", "plomlompom plomlompom" und weiteres sein.

Weiterhin heißt es, das mancher ja unter seinem Nickname (bei mir: tarzun) besser bekannt ist und man mit dem echten Namen (hier: Klaus Peukert) nichts anfangen kann. Dann gibt es noch das "Für manche ist es notwendig wegen Repressionsschutz"-Argument und die legalistische Linie, die das TeleMedienGesetz (TMG) zitiert, nachdem in Deutschland die pseudonyme Nutzung ermöglicht werden muss. Von mir dazu nur kurz:

  • Wer Angst vor (staatlichen) Repressalien hat oder nicht will, das der Arbeitgeber, die Ex-Frau oder der Stalker bei einem mitliest, dem spuckt der Fakenamegenerator dreimal am Tag eine neue plausible Identität aus, die bei keinem oberflächlichen Betrachter den "Aha, ein Pseudonym"-Reflex triggert.
  • Wenn es darum geht, die Reputation und Prominenz von Twitter und Blog mit "rüberzunehmen", dann bietet Google+ zwei Stellen ("Alias" in den Accountsettings und "Weitere Namen" in den Profilsettings) wo man das zusammenklöppeln kann. Man kann sein Twitterkonto verbinden und unter Links anzeigen lassen und beliebige Webseiten ebenda auch verknüpfen.
  • Auch die Angabe von "aka tarzun" als Beruf ist möglich, das sieht man dann sogar beim Drüberhovern übern Namen. Und man kann, das dürfte wohl unproblematisch sein, seinen Nick als Teil des Vor- oder Nachnamens angeben, also "Klaus 'tarzun'" | "Peukert" oder "Klaus" | "'tarzun' Peukert", was dann ein "Klaus 'tarzun' Peukert" ergibt.
  • Die "Netzidentität" geht also nicht verloren, nur weil man die Felder Vor- und Nachname mit, nunja, dem Vor- und Nachnamen, ausfüllen soll. Zu dieser "Google-Identität" und dem vermutlichen Hintergrund bzw. Lernprozeß bei Google hat Kristian 'isotopp' Köhntopp was geschrieben.
  • Es wird das Äquivalent zu "Pages" und "Fanseiten" geben, wenn man also einen virtuellen Fuchsschwanz will, wird das später gehen.

Man kann also sich sowohl per brauchbarem Pseudonym schützen, man kann seine Netzidentät ebenso brauchbar verknüpfen und man kann sich sogar (zukünftig) einen eigenen Schrein für die Netzpersona basteln. Wo ist jetzt also das Problem? Das man nicht "Der Tarzun" als Vor- und Nachname angeben darf und wenn man das (bewußt!) macht, erstmal abgeklemmt wird? Der Holger Koepke, ein alter Usenethase, der diese Realnamendiskussion ebenfalls schon in mehreren Iterationen erleben durfte hat das Ganze nochmal sehr schön und sachlich zusammengefasst.

Dem ist eigentlich kaum noch was hinzuzufügen. Pseudonyme können wichtig und notwendig sein und es ist wichtig, das man das Netz an sich pseudonym oder anonym nutzen kann. Das Beharren auf seinem Twitternick als "Vornamen" in dieser Beta-Version ist aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr als das Äquivalent zum KENWOOD-Aufkleber und dem Fuchsschwanz an der Antenne.

Piratenleaks

Klaus Peukert » 14 Juli 2011 » in Piraten » 3 Kommentare

Wer sich nicht für Interna der Piratenpartei interessiert, bitte einfach weitergehen. Für alle anderen eine Kopie des von @ropoto aufgedeckten Klüngels im Kreisverband Chemnitz der Piraten.


-------- Original Message --------
Subject: Der offensichtliche Putschversuch
Date: Thu, 14 Jul 2011 17:50:15 +0200
From: T. R. <xxx>
To: xxxxx

Ich möchte euch diskret auf ein paar Vorgänge im Landesverband aufmerksam machen. Seit einigen Wochen plant M. an einem Landesparteitag. Ich hab persönlich die Sache schon sehr skeptisch verfolgt und hoffe nun auf eure Mitarbeit. Da er selbst auf der Mailingliste mitliest und das peukertsche Talent des Zerredens, Diffamierens, Klage erhebens und Torpedierens sehr gut beherrscht, habe ich das mal in eine private Session verlegt.

Wer M nicht kennt: Er war die Person die auf dem Bundesparteitag das Bändchen abriss, sich im LV ständig mit Halbwahrheiten präsentierte, sich seit Jahren anmaßt für alle Piraten zu sprechen, einen eher anarchistischen Ansatz der Basisdemokratie verfolgt, vor einigen Jahren, als er noch Vorsitzender des LV war, die Arbeit ständig torpediert hat und eine, in meinen Augen, sehr schizoide Persönlichkeit aufweist indem er einige Personen abwechselnd als Antisemiten und Juden beschimpft.

Er selbst war einige Zeit wohl Mitglied der NPD, lebt im Moment aber eher als eine Art Aussteiger in einem alternativen Haus voller Leute des schwarzen Blocks. Seine Person ist auf Mailinglisten als I. bekannt. Das Problem mit M.: Der KV Dresden hat schon versucht ihn los zu werden, quasi raus zu ekeln. Verfahren gegen ihn wurden aus Formfehlern aber ebenso eingestellt.

Sein neuester Plan: Jeden Piraten im LV Sachsen zum Beisitzer erklären lassen, LV komplett umstrukturieren. Wie wird das durchgesetzt? Er hat bereits einen Veranstaltungsort für den LPT organisiert in den etwa 100 Personen mehr, statt der vom Vorstand veranschlagten 50 passen. Eine Möglichkeit sich sein Stimmvieh zu besorgen sollte er haben. Da die Zahlung des Mitgliedsbeitrages vor Ort immer möglich ist, und man diesen, soweit ich weiß, auch Monatsweise zahlen kann, ist der LV für so eine Aktion sehr angreifbar. Wahrscheinlich könnte man so etwas sogar einfach als Facebookparty oder Flashmob ankündigen.

Einen unabhängigen Moderator, der sein Kerbholz nicht kennt, will er ebenfalls besorgen. Seine Ziele sind einfach: Er will eigenverantwortlich für die Piraten sprechen, sich selbst darstellen. Das versucht er derzeit über eine Organisation(nicht eingetragen, nicht existent?) Piracy International. Unter dem Deckmantel betreibt er auch den @piratensachsen-Twitteraccount.

M. hat in seiner Zeit auch viel Gutes für den LV getan, wie z.B. erst einmal die Gründung erfolgreich durchgeführt. Nun sehe ich in dieser Person aber nur noch destruktives Potential. Weitere Gefahr: F. könnte Schatzmeister werden. Aktuell ist unser Schatzmeister im LV vielleicht nicht frei von Tadel, er hält das Geld aber gut zusammen und bewilligt auch genügend Aktionen. F. ist ein sturköpfiger Haut-alles-raus-was-geht-Mensch. Keine Person, welche ich in einer so verantwortungsvollen Position wissen möchte. Des weiteren könnte es sein das M. den ein oder anderen Verbündeten hat.

Bisher ist mir z.B. aufgefallen das Klaus Peukert ihm nicht wirklich paroli bietet, sondern sie sich nur Bälle zuwerfen. Des weiteren sagt er selbst das er zumindest einen Verbündeten aus Chemnitz hat. Wenn es einer von euch ist, würde ich mich natürlich über eure Meinung freuen, bzw. mal etwas genaueres erfahren wollen, ob z.B. überhaupt Gefahrenpotential besteht.

Diskussion hier: http://piratenpad.de/PPC-LPT-Gedanken bzw. veröffentliche ich eure konstruktiven Beiträge, wenn ihr per Mail antwortet, auch gern dort.

-------- Original Message --------
Subject: Re: Der offensichtliche Putschversuch
Date: Thu, 14 Jul 2011 22:19:44 +0200
From: P. <xxx>
To: xxxx CC: xxxx

Hallo T, das sind ja dolle news vom LV .... ich kommentiere dies nicht weiter, denn jedermann weiss, wie ich zu den Schwachmaten in Dresden (LV) stehe.

Dennoch: M.E. geht putschen in der von dir avisierten Form gar nicht. In der LV-Satzung steht genau beschrieben, w e r zum LPT einladen darf. Werden diese Mindeststandards innerparteilicher Demokratie nicht eingehalten, dann ist der LPT ungültig.

M.a.W.: Lädt eine andere Person zum LPT ein, als in der Satzung fixiert, hat der Vorsitzende/stv. Vorsitzende einen Unterlassungsanspruch, der sogar per einstweiliger Verfügung durchgesetzt werden könnte. Ich würde dem amtierenden LV_Vorstand dringend raten, bei(beweisbarer) Kenntnis, sofort eine Unterlassung gegen M. per E.V. durchzusetzen.

Problem: Da ein Schiedsgericht existiert, müsste dieses zuerst angerufen werden, erst dann darf der ordentliche Rechtsweg beschritten werden. Ergo: E.V. beim Schiedsgericht, dann beim Amtsgericht für allgemeinverbindlich erklären lassen.

Ich gebe diese Advices nicht, weil ich den LV-Vorstand mag. Dieser Annahme trete ich vehement entgegen. Diese Hinweise erfolgen, weil ich rechtsstaatlich orientiert bin, ein Rechtsstaatsliberaler durch und durch - auch wenn mir das Ergebnis nicht passt.

Feuer frei auf die Rechtsbrecher. P.

On 14.07.2011 17:50, T. R. wrote: <
Ich möchte euch diskret auf ein paar Vorgänge im Landesverband aufmerksam machen.
Warum diskret? Wir sind doch die Transparenzpartei oder?
Seit einigen Wochen plant M an einem Landesparteitag.
Na wenigstens einer, der sich öffentlich Gedanken dazu macht.
Ich hab persönlich die Sache schon sehr skeptisch verfolgt
Leicht Paranoia?
und hoffe nun auf eure Mitarbeit.
Durchaus berechtigt, wir sind ja schließlich nicht nur Transparenzpartei, sondern auch Mitmachpartei.
Da er selbst auf der Mailingliste mitliest und das peukertsche Talent des Zerredens, Diffamierens, Klage erhebens und Torpedierens sehr gut beherrscht,
Klingt da etwas Neid durch?
habe ich das mal in eine private Session verlegt.
IMO war das gar keine gute Idee. Naja, irgendwann lernst Du das noch, mit dem Pirat sein. Oder eben auch nicht.
Wer M. nicht kennt:
sollte am Besten mal mit ihm reden.
Er war die Person die auf dem Bundesparteitag das Bändchen abriss, sich im LV ständig mit Halbwahrheiten präsentierte,
???
sich seit Jahren anmaßt für alle Piraten zu sprechen, einen eher anarchistischen Ansatz der Basisdemokratie verfolgt,
Wo ist das Problem? Organisieren sich Piraten nicht basisdemokratisch?
vor einigen Jahren, als er noch Vorsitzender des LV war, die Arbeit ständig torpediert hat
???
und eine, in meinen Augen, sehr schizoide Persönlichkeit aufweist indem er einige Personen abwechselnd als Antisemiten und Juden beschimpft.
???
Er selbst war einige Zeit wohl Mitglied der NPD,
Frag ihn, wenn Du das für wichtig erachtes, zu erwähnen.
lebt im Moment aber eher als eine Art Aussteiger in einem alternativen Haus voller Leute des schwarzen Blocks.
Ist es jetzt relevant, wo jemand wohnt?
Seine Person ist auf Mailinglisten als I. bekannt.
Ah, die erste belegbare Tatsache. Hochachtung!
Das Problem mit M.: Der KV Dresden hat schon versucht ihn los zu werden, quasi raus zu ekeln.
Hm, Beklege wären nicht schlecht. Auf die Gefahr hin, dass mich jetzt der KV Chemnitz rauszuekeln versuchen wird, halte ich dass eher für ein Problem des KV, nicht von M.
Verfahren gegen ihn wurden aus Formfehlern aber ebenso eingestellt.
Das ist doch vor einer Woche alles schon dreimal durchgekaut worden.
Sein neuester Plan:
Ah, jetzt kommen wieder handfeste Tatsachen. Wunderbar.
Jeden Piraten im LV Sachsen zum Beisitzer erklären lassen,
Wie jetzt 'erklären lassen'. Das hast Du völlig falsch verstanden, 'wählen' wäre wohl treffender. Und zwar auch nicht jeden, denn der Vorsitzende und der Schatzmeister wären definitiv keine Beisitzer.
LV komplett umstrukturieren. Wie wird das durchgesetzt? Er hat bereits einen Veranstaltungsort für den LPT organisiert in den etwa 100 Personen mehr, statt der vom Vorstand veranschlagten 50 passen. Eine Möglichkeit sich sein Stimmvieh zu besorgen sollte er haben. Da die Zahlung des Mitgliedsbeitrages vor Ort immer möglich ist, und man diesen, soweit ich weiß, auch Monatsweise zahlen kann, ist der LV für so eine Aktion sehr angreifbar. Wahrscheinlich könnte man so etwas sogar einfach als Facebookparty oder Flashmob ankündigen.
Ah ja, weil Du offensichtlich gern an alten überholten und vom Nichtwählerpotential nicht länger akzeptierten Parteistrukturmodell festhalten willst und mit Mitgliederwerbung wohl schnell an Grenzen stoßen und höchstens mal den einen oder anderen Ex-CDUSFDP-ler erreichen würdest, nennst Du die Menschen, die in einer echten basisdemokratischen Partei ihre Hoffnung setzten würden, effektiv politisch aktiv zu sein und Korruption und Hinterzimmerpolitik durch Basisdemokratie zu vermeiden, nennst Du die potentiellen Neumitglieder Stimmvieh? Danke für die Offenheit. Ich hoffe, es gibt noch richtige Piraten im KV.
Einen unabhängigen Moderator, der sein Kerbholz nicht kennt, will er ebenfalls besorgen.
Oh, wie schrecklich, ein Unabhängiger... #facepalm
Seine Ziele sind einfach:
Ja, ganz einfach. Eine echte demokratische Partei, die als Proxy für Interessierte aus den Reihen des Souverän endlich die Belange der Bevölkerung in die Parlamente trägt. Aber was rede ich, unterhalte ich mal mit ihm, sofern Dir die Demokratisierung unserer Gesellschaft nicht ganz abstrus (Wort des Jahres) erscheint.
Er will eigenverantwortlich für die Piraten sprechen, sich selbst darstellen. Das versucht er derzeit über eine Organisation(nicht eingetragen, nicht existent?) Piracy International. Unter dem Deckmantel betreibt er auch den @piratensachsen-Twitteraccount.

Ja, furchtbarer Account. Der informiert die Bevölkerung über piratenrelevante Themen. Da ist so ein Acc, wie @piratenchemnitz nicht wirklich ergiebig dagegen...

'Du bist über 16? Werde Mitglied und segle mit uns! http://ow.ly/5kcPK #Piraten #Chemnitz #Sachsen' Öffentlichkeitsarbeit?

Naja, ...

M. hat in seiner Zeit auch viel Gutes für den LV getan, wie z.B. erst einmal die Gründung erfolgreich durchgeführt. Nun sehe ich in dieser Person aber nur noch destruktives Potential.
Rede mal mit ihm.
Weitere Gefahr: F. könnte Schatzmeister werden.
Huch, ich auch.
Aktuell ist unser Schatzmeister im LV vielleicht nicht frei von Tadel, er hält das Geld aber gut zusammen und bewilligt auch genügend Aktionen. F. ist ein sturköpfiger Haut-alles-raus-was-geht-Mensch.
Ah ja und der Schatzmeister im LV entscheidet neuerdings ja auch allein über Ausgaben? (abgesehen natürlich vom Vetorecht)
Keine Person, welche ich in einer so verantwortungsvollen Position wissen möchte.
Dann wähle ihn nicht.
Des weiteren könnte es sein das M. den ein oder anderen Verbündeten hat. Bisher ist mir z.B. aufgefallen das Klaus Peukert ihm nicht wirklich paroli bietet, sondern sie sich nur Bälle zuwerfen. Des weiteren sagt er selbst das er zumindest einen Verbündeten aus Chemnitz hat.
Huch, das muss dann wohl ich sein. Hat er das so gesagt? Ach nee, Du hast mit ihm ja noch nicht geredet. Du meinst, weil ich mich bereit erklärt habe, einen LPT mit zu organisieren? Oder Neid, weil ich DD-Neustadt lieber mag, als Chemnitz. Zu wenig Lokalpatriotismus?
Wenn es einer von euch ist, würde ich mich natürlich über eure Meinung freuen, bzw. mal etwas genaueres erfahren wollen, ob z.B. überhaupt Gefahrenpotential besteht.
Guter Ansatz. Also, das mit dem Gefahrenpotential musst Du Dir selbst beantworten. Es soll ja Leute geben, die in einer Demokratisierung und Mitgliederwerbung ein solches zu erkennen glauben. Ich gehöre nicht dazu, ich nenne es eher eine Chance, die wir nicht ungenutzt vorbei ziehen lassen sollten, denn CDSFuPD und so, haben wir schon. Da braucht es keine Kleinstpartei mehr.
Diskussion hier: http://piratenpad.de/PPC-LPT-Gedanken
Ach nee, lass mal. Vielleicht kommt ja M dann mal rein, wenn ich die Mail veröffentlicht habe. Oder hast Du ernsthaft geglaubt, ich unterstütze Deine Hinterzimmermentalität?
bzw. veröffentliche ich eure konstruktiven Beiträge, wenn ihr per Mail antwortet, auch gern dort.

Danke, ich bin schon groß.


Mail 1 und 2 sind übrigens von gewählten Amtsträgern des Kreisverbandes geschrieben, die Antwort von dem Piraten, der das ans Licht brachte. Die Pseudonymisierung ist von mir, die Mails komplett auf dem Syncomserver der Piratenparten (news.piratenpartei.de,  auch per NNTP erreichbar, Account im Forum notwendig, Haltezeit ~90 Tage) und im Archiv der ML nachlesbar.

Google plant die Super-Datenbank

Klaus Peukert » 14 Juli 2011 » in Politisches » 24 Kommentare

So titelte gestern die SZ, die ZEIT ebenso deutlich mit "Google will Nutzerprofile direkt verkaufen". Fefe ist drauf angesprungen und auf Twitter rollt jetzt noch ein Empörungstsunami. Ganz schlimm, was Google da macht. Man sollte es in Googlemort umbenennen. Aber mal im Ernst, was is da dran, is das ne Ente, übertriebene Empörung oder will Google tatsächlich den Adreßhändlern, die unbehelligt und zumindest in Deutschland vom Listenprivileg geschützt agieren, Konkurrenz machen? Glücklicherweise bin ich nicht der einzige, dem das komisch vorkommt.

Die wenigsten von denen, die so locker-flockig den Empörungskreisel am Laufen halten, dürften die Originalquelle der beiden Zeitungsberichte gelesen haben. Ich hab das grob getan und komme zu dem Schluß, das das grade ein feines Beispiel von FUD, dem Spiel mit einer diffusen Datenangst, dem Schüren von Befürchtungen und dem Drücken von ein paar Stichwortschaltern ist. Die Originalquelle jedenfalls gibt das reißerische "GOOGLE VERKAUFT DEINE DATEN AN DEN TEUFEL!!!!" jedenfalls nicht im Entferntesten her.

Wenn ich es richtig verstanden hab, möchte Google seine Werbeplattformen (die haben ja nicht nur AdWords selbst gebastelt, sondern auch mal DoubleClick u.ä. gekauft) konsolidieren. Die erwähnte AdExchange macht normalerweise nichts anderes als Werbeplätze zu verkaufen und zu versprechen, das man die Werbung bestimmten Zielgruppen anzeigen wird (single, white, female, Germany, mag Ponies und Einhörner). So machen das bspw. auch die VZ-Netzwerke und die sind sogar TÜV-gesiegelt und Datenschützer-Approved.

"Google plant die Super-DB" ist also nicht komplett falsch, vermittelt aber den komplett falschen Eindruck, "Google verkauft Nutzerdaten" ist gleich völliger Humbug, wemngleich im Artikel selbst wiederum etwas unaufgeregter berichtet wird und man ihm ohne pulsierende "Datenkrake!"-Halsschlagader entnehmen könnte, das es eben nicht so schlimm ist wie suggeriert. Ja, sogar überhaupt nicht schlimm (es sei denn man findet Werbung an sich des Teufels).

Würde Google jetzt tatsächlich Nutzerdaten verkaufen würden sie sich selber die Schienbeine ihres eigenen Geschäftsmodell zertrümmern. Das dürften die auch ziemlich genau wissen. Daher passen sie mit Argusaugen auf die Daten und haben im Gegensatz zu Regierungen noch keine unverschlüsselten Laptops verloren oder Krankenakten in den Mülleimer hinterm Krankenhaus entsorgt. Letztlich haben und brauchen die das Vertrauen ihrer User, wenn sie das verspielen können sie den Laden dicht machen und wir müssen die Altavista-Bookmarks entstauben.

Hier zeigt sich auch mal schön die Bigotterie in der Empörung. Wenn Adreßhändler tatsächliche Adreßdaten verkaufen dürfen und das sogar noch gesetztlich legitimiert ist (oben erwähntes Listenprivileg), wenn Zeitungsverlage das Heulen bekommen weil sie bei In-App-Abos ihrer coolen iPäd-Apps wegen der Apple-Policy nicht an die Adreßdaten der Käufer kommen und Apple da tatsächlich Daten schützt, dann fegt grad mal ein laues Lüftchen durch die Landschaft, schreit aber jemand "Google verkauft $XY" in den Wald wird dieser von der Empörung direkt brandgerodet. Und das alles ohne mal die Quellen gelesen und hinterfragt zu haben. Es ist echt bitter.

Wenn wir grad von Quellen reden, der "Communications and Public Affairs Manager (B2B)" von Google Deutschland, Klaas Flechsig, hat das auf Google+ gestern hier dankenswerterweise kommentiert, ich bin einfach mal so frei und zitiere ihn einfach:

Melde-Ente. Wir verkaufen keine Nutzerdaten oder -profile und werden das auch in Zukunft nicht tun. Richtig ist, dass wir zusammen mit anderen Werbenetzwerken an Initiativen arbeiten, das Datenmanagement von Interessenskategorien zu vereinfachen, indem die vorhandenen Daten aus verschiedenen Werbenetzwerken auf einer Plattform zusammengefasst werden. Davon profitieren nicht nur Werbetreibende, sondern auch die Nutzer selbst - die dann zum Beispiel an einer einzigen Stelle für alle Werbenetzwerke aus interessenbasierter Werbung ausopten könnten, statt dies in allen Netzwerken einzeln tun zu müssen. Noch einmal: Es geht NICHT um persönliche Nutzerdaten, sondern um Interessenskategorien. Die Headline ist schlichtweg falsch!

Klar soweit?

Nachtrag I: Christiane Schulzki-Haddouti hat auf G+ zähneknirschend eingestanden, das die Headline tatsächlich ne Luftnummer war, findet man hier in den Kommentaren (der von 9:18).

Nachtrag II: Der Beitrag in dem Klaas Flechsig und Christiane Schulz-Haddouti kommentierten, wurde leider nicht Public sondern nur an die Kreise des Posters geteilt. Sorry.

Nachtrag III: Die ZEIT hat den Artikel jetzt angepasst und damit zur Ursprungsfassung deutlich entschärft, sowie um ein erklärendes Nachwort versehen.