Kompromiss akzeptieren - Spaltung der Partei verhindern - Vertrauen in LQFB und Vorstand schaffen
So hieß eine Initiative im LiquidFeedback, die als Konterpart zur Formulierung der Entwickler-Wunsch-/Idealvorstellungen an das LF-System erstellt wurde. Kompromiss akzeptieren. Spaltung der Partei verhindern. Vertrauen in LQFB und Vorstand schaffen. Klingt gut, oder? Vernünftig? Kann man doch eigentlich unterschreiben, oder? Ernsthaft dagegen sein? Nein, sicher nicht. Ich hab auch dafür gestimmt.
Und trotzdem kommt alle 14 Tage irgendein Schlauberger mit einem "LF-Antrag" an den Vorstand, der wieder irgendwas an LF prökeln will (Jaja, es gab auch einen Antrag auf Teilung eines Themengebiets, Ausnahme, Regel und so, setzt Euch wieder hin). Man stelle sich mal vor, die LF-Leute hätten das hier nach Abstimmungsende beim Vorstand zur Genehmigung eingekippt. Der Shitstorm wäre mehr als episch gewesen. Aber Anträge die anderweitig am LF rumpopeln, warum auch immer, kein Problem.
Ich habe vor drei Wochen ja schonmal was über die Ambivalenz der LiquidFeedback-"Gegner" geschrieben, wo jede auch nur kleine Abweichung vom status quo in Richtung der Idealvorstellung der "Transparenznazis" (wie sie der stellv. Vorsitzende der Bayern-Piraten so liebevoll bezeichnet hat) mit großem Geschrei begleitet wird, während bei deutlich weitergehenden Forderungen in die andere Richtung, etwa komplett anonyme Nutzung, Verzicht/Einschränkung auf Delegationen oder halt en-passant-Entkernung aller reputativen Elemente dann aus der "Risiko is schlecht, könnt ja schön werden"-Fraktion doch eher gar nix oder leiser Applaus kommt.
Für mich auch bezeichnend, das die Argumentation der Befürworter immer wieder (mit der Ausnahme eines LF-Admins, der wohl zugunsten von Netzwerken 5/5 bei Diplomatie 0/5 geskillt hat) sachlich, fundiert, begründet und in sich logisch sind. Klar, man muss ihnen nicht zustimmen, kann ggf. andere Schlüsse ziehen oder andere Punkte anders gewichten. Aber die Gegner haben selten mehr auf der Pfanne als die Wiederholung einer Handvoll Killerphrasen wie "Gesinnungsdatenbank" und "Datenschutzpartei". Insofern fällt mir persönlich die Entscheidung leicht, wem ich als "Laie" da vertraue. Mein "Bullshit-O-Meter" funktioniert nämlich inzwischen recht gut.
Funfact 1: Fragt ein LF-Entwickler in die Runde wie der Piratenhaufen es denn so sähe wenn man LF so betreiben würde wie ursprünglich mal angedacht, also analog zum geliebten Wiki völlig offen, transparent usw: Epic shitstorm. STASI! GESINNUNG! TOD UND TEUFEL!
Funfact 2: Fragt jemand, der mit den Entwicklern außer in ML-Flames offenbar noch nie persönlich gesprochen hat, wie der Piratenhaufen denn so denkt, wenn man LF noch weiter von der eigentlichen Idee entfernt: Applaus bei den "Gegnern" (und seitens der Entwickler höchstens eine sachliche/begründete Reaktion/Gegenmeinung).
Funfact 3: Kassiert dieser Jemand nun im LF ein deutlich negatives Meinungsbild (etwa hier und hier) setzt nicht etwa ein Denkprozeß ein sondern wird das ganze halt trotzdem an den Vorstand oder BPT beantragt.
Funfact 4: Der Antragsteller zum kürzlichen Beschluß hat sogar bei "Spaltung verhindern" mit Nein gestimmt.
Kompromiss akzeptieren. Spaltung der Partei verhindern. Vertrauen in LQFB und Vorstand schaffen.
Merkste selber, ne?
